Stadtrundfahrt
Ein freier Tag in Königsberg - erst einmal ausschlafen und dann aufs Rad. Wir hatten schon Pläne gemacht, was nach dem Dom noch gesehen werden muss.
Und es gab Russischen Weißwein!
Also erst einmal zur Touristionformation um den Plan zu präzisieren. Leicht gesagt, schwerer getan.Touristisch ist Kaliningrad noch nicht so richtig erschlossen. Wegweiser für Touristen fehlen fast völlig, die einzige Touristinfo befindet sich im Keller des Theaters und ist als solche nur schwer zu finden. Immerhin hatten sie einen deutschen Plan in Farbe und wir konnten unseren Plan aktualisieren.
Zuerst der Platz der Befreiung, der frühere Hansaplatz und aktuell das Zentrum der Stadt. Ist schon gewaltig, wenngleich von dem uns nur von Bildern bekannteren Hansaplatz fast nichts mehr zu erkennen ist.
Dann weiter zum Bunkermuseum. Das Finden war mühsam. Also fragte ich in meinem besten Russisch eine Einwohnerin. Sie verstand mich offenbar, ich sie auch. Dachte ich. Und dann standen wir nach 5 Minuten vor einem Panzerdenkmal. Der Tank hatte am Sturm auf Königsberg teilgenommen, aber das Bunkermuseum war er nicht.
Also neuer Versuch, wieder in Russisch. Dieses mal ein junger Mann. Er verstand mich sofort, fragte aber postwendend ob ich auch englisch spreche, denn das würde ich sicher besser verstehen. Er nahm sich die Zeit, brachte uns direkt hin und erzählte unterwegs, dass das Königsberger Schloß nach dem Bomenangriff der Briten nur wenig beschädigt war und erst in den 70er Jahren weggeräumt wurde, weil man es nicht wieder haben wollte.
Und dann standen wir am Bunkermuseum. Unter dem ehemaligen Paradeplatz befand sich der Gefechtsstand von General Lasch, dem letzten Kommandanten der Stadt Königsberg. Er hat 5 vor 12 am 9. April 1945 die Stadt entgegen dem Führerbefehl an die Russen übergeben und wurde dafür in Abwesenheit degradiert und zum Tode verurteilt. 10 Jahre russische Gefangenschaft hat er dann überlebt. Und erst danach wurde sein Todesurteil formell aufgehoben. Eine beeindruckende Ausstellung - allerdings vieles in Russisch und so nur mühsam erarbeitbar.
Vom Pardeplatz ist auch nichts mehr zu sehen. Nur das Universitätsgebäude und ein Kantdenkmal.
Dann weiter durch die Stadt.Wikipedia verhieß viel sehenswerte Bausubstanz in der jetzigen Frunsestraße. Also nichts wie hin. Doch so toll war es nicht. Rechts Neubauten, links Ruinen, Sehr weit sind wir nicht gkommen.Aber immerhin waren die ursprüngliche deutsche Beschriftung der Kreuz Apoteke noch zu erkennen.
Radfahren in Kaliningrad ist abenteuerlich, Auf der Straße gefährlich, auf den Fußwegen beschwerlich. Das einzige was flächendeckend aus deutscher Zeit zu stammen scheint sind die Bordsteinkanten und der Belag der Fußwege. Beides wird aber offensichtlich allgemein akzeptiert. Wobei Radler und Fußgänger im Verkehrsbild eher die Ausnahme sind.
Gelandet sind wir dann auf auf Fischerinsel im Кеусерхоф - Schön war es.
Und auf dem Heimweg Hebebrücke und sowjetische Wasserkriegstechnik. Den Rundgang durch das U Boot haben wir uns verkniffen.
Alles in allem ein schöner Tag. Kaliningrad hat mit Königsberg sehr wenig zu tun und ehe ein richtiges durchgehendes neues Stadtbvild entsteht wird es wohl noch 20 Jahre dauern. Aber die Menschen hier sind offensichtlich mit sich und ihrer Stadt zufrieden und sehr gastfreundlich. Wir kommen wieder.,,,















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