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Es werden Posts vom Juni, 2023 angezeigt.

Von Wörth nach Speyer - Geschichte zum Anfassen

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Der Plan sah heute nur einen short track vor. Entspechend gut war die Stimmung - nur 50 km, das ist ja ein Klax! Der Start verlief  sehr gemächlich, es war ja Zeit: Packtasche reparieren, Blog schreiben alles zusammensuchen, frühstücken. Der Frühstücksraum im Vater Rhein hatte die Größe eines Wartesaals und war zu dieser späten Stunde schon wieder recht leer. So wurde es 10:15 ehe wir starteten. Der Weg war gut ausgeschildert und ohne Irrungen und Wirrungen ging es durch Wörth Richtung Germersheim. Auf den Weg auf das andere Rheinufer verzichteten wir. Dort lag Karlsruhe und so wäre aus dem Kurztrip scher ein volles Programm geworden. So genossen wir die Natur. Germersheim ist ein 20.000 Seelen Städtchen mit einer wechselvollen Geschichte. Ihr Ursprung lag, wie bei vielen Städten  am Rhein in einem Römerlager. Rudolf von Habsburg verlieh der später errichteten Burg 500 Jahre später die Stadtrechte. Nach den französischen Revolutionskriegen kam die Stadt zu Frankreich, ehe sie ...

Zu Besuch bei Goethe - von Kehl nach Wörth am Rhein

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Das Ziel für heute war Wörth. Ein Name, den ich bis dato nur vom Wörthersee kannte. Aber der ist wo anderes. Es standen 85 km auf dem Programm, ein früher Start war angesagt. Trotzdem wurde es 08:45 ehe wir los rollen konnten. Zunächst neben der Straßenbahn nach Straßburg und dann dauerte es wieder mehr als eine Stunde, bevor wir aus der Stadt fanden. Der Weg meinte es heute gut mit uns: kein Schotter, Asphalt und oft schattig durch Wälder. Der Rhein war erst zum Ende der Tour zu sehen, dafür viele elsässische Dörfer mit durchweg deutsch klingenden Namen. In einigen war das Ortseingangsschild mit dem Zusatz „im Elsass“ ergänzt. Wir kamen nach Sessenheim. Wie so oft war Goethe vor uns da. Er war wohl auf dem Weg nach Straßburg um Jura zu studieren. In Sessenheim lernte er Friedericke Brion kennen und blieb mehr als ein Jahr, vom 2.4.1770 bis 14.8.1771 hier. Was aus seinen Studien wurde ist (zumindest mir) nicht bekannt. Anwalt wurde Goethe auf jeden Fall nicht. Eine kleine Gedenkstätte ...

Straßburg - zwischen Deutschland und Frankreich

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Nach dem Frühstück war Radwäsche angesagt. Eine bemannte Autowäsche fand sich im Ort. Auf die Frage, ob wir die Räder abspritzen  könnten war die Antwort nein, ich habe nur einen Schlauch. Mehr wollten wir nicht, aber die Dame legte lieber selbst Hand an und in 5 Minuten war der größte Staub ab und Loni untenrum klatschnaß. Noch etas Öl auf die Ketten und los ging es Richtung Straßburg. Eine Brücke über den Rhein war schnell gefunden, das Straßburger Münster war nicht zu übersehen und so waren wir rasch im Centre de ville, wie man hier sagt. Eine Stadt mit wechselvoller Geschichte: von den Römern als Grenzbefestigung gegründet wär sie dann viele hundert Jahre freie Reichsstadt im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation bis es Ludwig dem XIV. gefiel sie nach Frankreich zu holen. Nach dem Deutsch - Französischen Krieg kamen Stadt und Reichsland Elsass Lothríngen zu Deutschland. Sichtbar in der Straßburger Neustadt die in den Jahren nach 1871 entstand und noch heute Zeugnis vom Geis...

Rote, weiße und grüne Wurst - von Breisach nach Kehl

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Zur Auswahl für den heutigen Tag standen 2 Varianten. Eigentlich wie immer am Rhein. Links durch Frankreich nach Straßburg oder rechtsrheinisch nach Kehl. Aus Sorge um das Finden des noch zu buchenden Hotels in der 300.000 Einwohner Stadt Straßburg entschieden wir uns für Kehl mit der Option eines Besuchs der französischen Metropole. Nach einem Frühstück auf der Terrasse ging es bedeckten Himmel los.  Angenehme 20 Grad ließen das Tagesziel von 85 km machbar erscheinen. Der Radweg führte zunächst immer auf dem Damm lang. Der Rhein ist hier seit seiner Begradigung die, zwischen 1817 und 1876 durchgeführt wurde, im wesentlichen eingedeicht. Der Rhein wurde so ab Basel schiffbar. Die Schiffe nutzen allerdings den parallel zum Rhein verlaufenden Grand Canal mit einer Vielzahl von Schleusen. Der Rhein selbst ist nur für Kleinstboote, die an den in regelmäßigen, den Rhein anstauenden Wehren umgetragen werden müssen, geeignet. Die Folge für den Radfahrer sind kilometerlange schnurgerade Da...