Straßburg - zwischen Deutschland und Frankreich

Nach dem Frühstück war Radwäsche angesagt. Eine bemannte Autowäsche fand sich im Ort. Auf die Frage, ob wir die Räder abspritzen  könnten war die Antwort nein, ich habe nur einen Schlauch. Mehr wollten wir nicht, aber die Dame legte lieber selbst Hand an und in 5 Minuten war der größte Staub ab und Loni untenrum klatschnaß. Noch etas Öl auf die Ketten und los ging es Richtung Straßburg.


Eine Brücke über den Rhein war schnell gefunden, das Straßburger Münster war nicht zu übersehen und so waren wir rasch im Centre de ville, wie man hier sagt.



Eine Stadt mit wechselvoller Geschichte: von den Römern als Grenzbefestigung gegründet wär sie dann viele hundert Jahre freie Reichsstadt im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation bis es Ludwig dem XIV. gefiel sie nach Frankreich zu holen. Nach dem Deutsch - Französischen Krieg kamen Stadt und Reichsland Elsass Lothríngen zu Deutschland. Sichtbar in der Straßburger Neustadt die in den Jahren nach 1871 entstand und noch heute Zeugnis vom Geist dieser Zeit ablegt und zum Weltkulturerbe zählt.


Auf dem Fischmarkt gab es außer Fisch alles was man nicht braucht. Der Servierboy hatte es uns angetan, aber er wollte partout nicht Radfahren. So konnte er nicht mit.



Anstatt mit dem Rad zogen wir es vor, mit der Kleinbahn durch die Stadt zu reisen. Le petit Train brachte uns durch beide Teile der Stadt und erklärte überdies das wichtigste zur Geschichte der Stadt.



Das Wetter war ideal für derartige Unternehmungen. Menschen über Menschen aus aller Herren Länder.



Die gedeckten Brücken sind ein Teil der ehemaligen Stadtbefestigung und die ehemalige deutsche Garnisionskirche hat unzählige Eingänge damit Mannschaften, Unteroffiziere und Offiziere jeweils getrennt zum Gottesdienst kommen konnten.




Die Neustadt großzügig und imposant. Ganz offenbar wollte der Kaiser zeigen, dass nun neue und große Zeiten anbrachen. Aber nach nicht einmal 50 Jahren war dieser Traum vorbei.

Zum Schluß ging es per Rad zum EU Parlament. Wir reisten offenbar von hinten an. Am Rande einer Vorstadtsiedlung erhob sich plötzlich eine mondäne Bürostadt.




Offenbar schon Parlamentsferien, denn keine wollte uns einlassen. Aber es war auch nur der Hintergangen.





Vorne wurde noch am Haus Europa gebaut, aber auch hier kamen wir nicht rein! Ich dachte, Europa wäre für alle.




Also zurück nach Kehl, der Gastgarten wartet, Das erwiese sich leider  wesentlich schwieriger als gedacht. Nach mehreren unfreiwilligen Zwischenstopps in einem  Hafengelände, das sehr an Edgar Wallace erinnerte fanden wir die Beatus  Rhenanus Brücke. (Kannte ich vorher nicht, war ein deutscher Humanist.) Das Bild ist aber leider geklaut, so ein Licht hatten wir nicht. 




Die Brücke ist ein Neubau von 2015 und ist ausschließlich für Radfahrer, Fußgänger und die Straßenbahn gedacht die von Straßburg zum Rathaus nach Weil fährt. Wie Wikipedia berichtet gab es bereits von 1898 bis 1914 und von Mai 1942 und November 1944 eine Tramverbindung zwischen beiden Städten. Möge diese längere halten halten als die früheren Verbindungen.

Nach der Brücke ging es nur noch geradeaus, ein kleiner Zwischenstopp am Markplatz und dann wartete der Gastgarten.



Mit Hafenrunde waren es doch noch reichlich 30 km geworden



Kumulativ nun 346 km. Nicht schlecht!









 

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Transalp 2025 - ein Projekt wird Wirklichkeit

Über den Brenner - die Königsetappe

Nach Hause -ein Drama in 2 Akten