Nach Hause -ein Drama in 2 Akten
27. Juni 2025








Der Bahnhof Brenner erweist sich dem großen Namen und dem Status eines Grenzbahnhofs nicht würdig. Aber er erfüllt seinen Zweck!








Leben ist das was passiert, während du eifrig dabei bist andere Pläne zu schmieden. So oder ähnlich soll es John Lennon formuliert haben. Und er hatte Recht.



Bei einer letzten Runde durch Torbole gelang es mir, auch das Erfolgsgeheimnis der italienischen Verkäufer zu entschlüsseln, denn auch wir fuhren nicht ohne Einkäufe zurück.

Dabei fing alles planmäßig an. Den Tag verbrachten wir zunächst am Pool, dann am Hafen bei einem Glas Lugana - Wein und einem letzten Blick über den See.
Bei einer letzten Runde durch Torbole gelang es mir, auch das Erfolgsgeheimnis der italienischen Verkäufer zu entschlüsseln, denn auch wir fuhren nicht ohne Einkäufe zurück.
Der Shuttlebus brachte Mensch und Material pünktlich nach Rovereto. Vom Bahnhof zum Quartier Le Vette waren es 800 m. Und das automatisierte Einchecken funktionierte. Das Quartier klimatisiert, preiswert und obwohl unbemannt, vom Feinsten.
Rovereto ist entgegen unseren Erwartungen eine relativ große Stadt. Wir beschränkten uns auf eine kurze Rad - Sightseeing - Runde durch die Altstadt und landeten auf einer Terrasse am Flussufer.
Die beste Idee des Tages war zweifelsfrei der Shuttlebus, ersparte er uns den Aufstieg zum Passo san Giovanni und schenke er uns einen erholsamen Tag. Die Heimkehr konnte nun nur noch durch die Bahn verhindert werden. Und danach sah es im Moment nicht aus
28. Juni 2025
Im unbemannten Übernachtungsobjekt gab es doch gute Geister: Monika, die wir nur von ein paar Nachrichten kannten war da und zauberte ein Frühstück, das keine Radlerwünsche offen ließ. Der Weg zum Bahnhof dauerte einschließlich Verladung des Gepäcks und Startfoto keine 10 Minuten. Der Zug kam pünktlich. Ein ganzer Waggon war für Fahrräder vorgesehen - erkennbar an der grünen Lackierung. Wenn man es weiß kein Problem. Es war der letzte Anhänger, wir standen ganz vorn. Die Räder waren schnell verstaut, wir fanden kommode Sitzplätze im gut besetzten Trenitalia und los ging es. Im Coupé neben uns saßen 3 stark pigmentierte, bunt gewandete Damen, die sich ohne Unterlass in einer nicht definierbaren Sprache lautstark unterhielten. Dafür waren unsere unmittelbaren Nachbarn ganz still und in Ihre Handies vertieft. Der Durchschnitt war also in Ordnung. Die 3 Damen stiegen in Bozen aus und wir genossen in aller Stille die Fahrt zum Brenner. $ Tage Fahrrad in 2 Stunden Bahnfahrt. Ankunft am Brenner pünktlich. Aber ein erster Schock: dort wo wir aussteigen mussten, befand sich kein Bahnsteig, der fing erst 20 Meter weiter vorne an. Aber mit vereinten Kräften gelang das offboarding trotzdem. Auch fehlende Aufzüge konnten mit Menschlein Kraft kompensiert werden.
Eine Bahnsteignummer gab es für die S - Bahn nach Innsbruck nich, statt dessen die Bezeichnung TRN. Was, wie weit später herausbekamen, die Abkürzung für Stumpfgleis Nord ist.
Jedenfalls kam die S - Bahn pünktlich und war auch pünktlich 40 Minuten später in Innsbruck. Wir hatten ein angenehmes Gespräch mit unserer Sitznachbrin, die Ihre Tochter in Sterzing besucht hatte und nun wieder nach Innsbruck nach Hause wollte. Wir erfuhren, dass Innsbruck einen liebenswerte Kleinstadt ist, die auf jeden Fall eine Reise wert ist und dass unberechtiugterweise Weise, der Erbauer der Brennerbahn, der deutsche Eisenbahningenieur Carl von Etzel fast in Vergessenheit geraten ist und fast kein Innsbrucker die nach ihm benannte Ing.- Etzel - Straße kennt.
Was ich wußte, ihr aber nicht gesagt habe, ist, dass es auf dem Brenner ein kleines Denkmal für ihn gibt.
Der Bahnhof Brenner erweist sich dem großen Namen und dem Status eines Grenzbahnhofs nicht würdig. Aber er erfüllt seinen Zweck!
In Innsbruck stand die S- Bahn Richtung München schon bereit. Alles schien perfekt, aber der Schein trog.Nach der ÖBB App sollte diese Zug mit verschiedenen Namenswechseln bis München fahren. Tat er aber nicht. Zwar wechselte er den Namen nicht sondern hieß die ganze Zeit Werdenfelsbahn. Allerdings endete der Zug in Garmisch - Partenkirchen mit Anschluss nach Münschen. Umsteigezeit 60 Sekunden. Mit 2x Fahrstuhl sehr anspruchsvoll. Wir hätten es auch fast geschafft, am Ende fehlten 15 Sekunden. So gab es zeit für einen Blick auf die Zugspitze, einen kleinen Imbiss und ein Glas Lugana - Wein.
Ankunft in München dann 16:30. Aus den geplanten 2 Stunden im königlichen Hirschgarten wurden 45 Minuten. Aber es reichte für Sellerie- und Wurstsalat und ein Maß Radler.
18:25 Uhr waren wir wieder auf dem Bahnhof, doch unser Zug war nicht zu finden. Ein vorsichtiger Blick in die DB App bestätigte die bange Vorahnung: Wir hatten zwar Tickets für den IC 500 um 18:55 Uhr ab München. Doch der fuhr heute erst ab Nürnberg. Nur fuhr heute kein passender Zug mehr nach Nürnberg.
Die Dame im Reisezentrum, der wir unsere Anliegen vortragen durften wirkte zunächst sehr müde und bestätigte nur das, was wir ahnten: Auf die Schnelle eine Fahrradreservierung für den Fernverkehr ist aussichtslos. Doch plötzlich schien sie Gefallen an ihrem Job zu finden und entwickelte verschiedene Ideen, wir wir nach Hause kommen könnten. Sie reichten von Nachfahrt mit der Regionalbahn und 3 Stunden Aufenthalt von 01:300 bis 04:30 auf den Bahnhof Hof bis zu einem erneuten Besuch im Hirschgarten und einer Übernachtung in München.
Hirschgarten hatten wir schon, also wählten wir die Übernachtung. Auf Kosten der Deutschen Bahn übernachteten wir First Class 80 m vom Bahnhof entfernt im Flemings. Einen Antrag auf Reisekostenerstattung gab es gratis dazu.
Wir sahen es positiv. Einen Tag Urlaub gewonnen!
Der Sonntag war unspektakulär, es klappten auch die die Anschlüsse, die eigentlich nicht klappen können. 06:13 ab München mit dem ICE nach Nürnberg. Stellplätze für die Räder gab es, für die Menschen wär ausreichend Platz.
Unsere Mitreisenden standen am Urlaubsbeginn, sie wollten den Weserradweg bis zur Küste nehmen und weiter nach Hamburg radeln - vielleicht mal eine Idee für´s Alter.
In Nürnberg wartete der RegionalExpress nach Hof. Ob der früheren Stunde gab es hier keine Kapazitätsprobleme. In Hof nur über den Bahnsteig und schon ging es weiter bis Dresden. Mangels Bewirtschaftung geb es Garmisch - Partenkirchener Wasser aus der Plasteflasche und Weißbrotreste von Torbole.
13:15 waren wir in Pirna - schneller geht es wohl kaum. Die 14 Tage waren wie im Flug vergangen, der Frust der Berge verflogen, bleiben werden die Erinnerungen. Schön war es, danke Loni fürs Mitfahren! In Summe 610 km, davon 460 von Pirna über München zum Gardasee. Und danke für 6.996 Höhenmeter!
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