Der letzte Fahrtag von Trient nach Torbole
22. Juni 2025










Obwohl Sonntag und nur 40 km zu absolvieren waren wurde es ein früher Start. Lag sicher daran, dass das Frühstück zwar liebevoll zusammengestellt war, allerdings relativ einseitig auf den süßen Anteil fixiert war. Und das ist nichtzwingend die erste Wahl bei Radfahrern.
Alos noch einmal ins Städtchen geschaut. Trient, oder Trento wie es jetzt meistens genannt wird ist die Hauptstadt der autonomen Region Trentino. Es wurde nach langjährigen Streitigkeiten, während derer es mal zu Italien, mal zu Bayern und mal zu Österreich gehörte nach dem Wiener Kongress 1815 Teil Tirols und damit Österreichs und blieb es trotz ständiger Streitigkeiten bis 1918. nach dem 1. Weltkrieg fiel es mit Südtirol an Italien. gesprochen wird im Trentino schon immer mehrheitlich italienisch. Das auch heute noch so ist. Deutsch ist eher nachrangig, mit englisch kommt man gut zurecht.
Ansonsten ist es Trient trotz seiner beeindruckenden Geschichte eine quirlige moderne Stadt mit mehr als 100.000 Einwohner und einer großen Universität.
Am Ufer der Etsch radelten wir aus der Stadt hinaus und bald bot sich das gewohnte Bild: rechts und links steile Berge, in der Mitte der Fluss und daneben drängte sich Wein und Obst, die Autobahn, die Bundesstraße und der Radweg.
Nach reichlich 20 km verließen wir das Etschtal um über den Passo San Giovanni den See zu erreichen. Für Brennerbezwinger kann ein Pässchen mit 287 m Seehöhe keine wirkliche Hürde sein. Dachte ich.
Zumal bis 1936 die Schmalspurstrecke Rivas - Rovereto den Pass überquerte, Goethe zu Fuß über diesen Pass den Gardasee erreicht hatte und darüberhinaus die Venezianer 1439 während des Krigs gegen die Viscontis Ihre Schiffe vom Etsch über die Passhöhe zum See gezogen hatten um vom Norden überraschend anzugreifen. Was auch gelangt.
Doch die Wirklichkeit waretwas anderes. Es war eine ziemliche Quälerei, weil mühsam erkämpfte Meter durch steile Abfahrten zunichte gemacht wurden und dann der Anstieg von neuem begann.
Doch es gelang.
Und wenige Meter später war er zu sehen - der See.
Eine schöne Abfahrt auf der alten, nun den Radlern vorbehaltenen Straße und wir fanden uns einem Glas Wein am Ufer wieder. Geschafft!
Es wurden 2 Glas für jeden und es tauchte die Frage auf, wie kommen wir diese Abfahrt wieder hoch? Vielleicht doch Aussiedeln
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