Von Sterzing nach Bozen - der Weg ist das Ziel

20.Juni 2025

Der Wunsch, den Weg von Stering nach Bozen zu publizieren war da, die Vollendung gelang jedoch nicht. Die Ermüdung überwog den Drang zur Publizität.

In Anbetracht der zu absolvierenden 70 km solle es ein früher Start werden. Er gelang halbwegs: 08:45 ging es los.


Der versprochene Bahndammradweg war jedoch zunächst nicht wahrnehmbar, es ging munter auf und ab, als wenn es eine weitere Passüberquerung wäre.


Ein Rosenstrauch am Misthauifen kurz vor Franzensfeste zeugte davon, dass hier wohl nie ein Zug gefahren sein konnte.
Dafür kam die Sachsenklemme. Was hatte es damit auf sich? Ich hatte keine Ahnung, Wikipedia wusste es.




Einer Überlieferung nach, rückte im Zuge des Fünften Koalitionskrieges während des Tiroler Freiheitskampfesam 4. und 5. August 1809 General Lefebvre mit seinen Truppen mit fast 5.000 Mann  in Richtung Süden vor. In der Nähe von Franzensfeste wurde der Verband von 500 Tiroler Schützen unter Peter Mayrim im vom Eisack schluchtartig ausgeformten Tal aufgerieben, an der später nach diesem Ereignis benannten Sachsenklemme. Der Name entstand dieser Überlieferung nach, da sich im Verband des Generals auch ein größeres Kontingent sächsischer und thüringischer Truppen befunden haben soll, die die Hauptlast des Kampfes trugen. 

Der Weg zum Obelisk war uns bei mehr als 30 Grad zu beschwerlich, deshalb müsste  erneut Wikipedia helfen.

  Am der Tapferkeit der Sachen ist sicher kein Zweifel. Am kriegerischen Erfolg des Dienstes für fremde Interessen schon. Tirol blieb damals Österreichisch und fiel erst mehr als hundert Jahre später an Italien. Vielleicht ein Wink an unsere Oberen, dass es keinen Sinn maсhat, sich mit Waffengewalt für fremde Interessen zu engagieren.


Heute ist die Sachesenklemme eher bekannt als der Übergang  vom Wipptal, das uns seit Innsbruck begleitet hatte zum Eisacktal, das wir bis Bozen durchradelten.

Wenig später tauchte die Franzensfeste auf. Sie  wurde von 1833 bis 1838 unter Kaiser Ferdinand I. erbaut und nach Kaiser Franz I. von Österreich, dem Monarchen der Planungsphase, benannt. Sie sollte die wichtige transalpine Verkehrsverbindung durch das Wipptal über den Brenner nach Norden sichern.

Am Bau waren bis zu 4.600 Arbeiter gleichzeitig tätig. Baukosten nach heutiger Währung 400 Millionen Euro. Ironie der Geschichte. Alle Mühen waren vergebens. Die Fortschritte der Kriegstechnik machten  sie bereits bei Fertigstellung überflüssig.Der Versuch Mussolinis, sie in den Alpenwall gegen Deutscxhland einzubeziehen scheiterte ebenso. Heute ist an dieser Stelle keine Grenze mehr zu schützen. Sie  bleibt ein Relikt aus vergangener Zeit.

Weiter ging es in Richtung Brixen, Da das Tal doch recht schmal gehalten ist legten die Radwegebauer diesen direkt unter die Autobahn.Nicht schön, aber funktionell!

Bald erreichten wir Brixen. Die Italiener nennen es nun Bressanone. Ein beschauliches Städtchen, wie eine kurze Runde durch die kleine Stadt ergab. Im alten Schlachthof direkt am Radweg gab es eine kleine Starkung, das Persdonal sprach fließend und akzentfrei Deutsch. Und weiter ging es.

Und nun kam der Bahndamm wirklich. Die Brennerbahn wurde wurde von 1864 bis 1867 nach Plänen und unter der Leitung von Karl Etzel von der k.k. priv. Südbahn­gesellschaft als Teil der Verbindung von Kufstein nach Ala (und weiter in Richtung Verona) gebaut. Als Brennerbahn wird die Teilstrecke mit der Überquerung des Alpenhauptkammsvon Innsbruck über denBrennerpass und Bozen nach Verona bezeichnet.

Sie ist sehr  nah am Wasser der Eisack gebaut und musste deshalb bald  neu trassiert und deutlich höher ins Tal gelegt werden. Dafür für Radfahrer nunmehr das blanke Vergügen.
Viele Tunnel wechselten mit unbenutzten Bahnhöfen. Vom Bahnhof Kastelruth bis in den Ort verheißt ein Wegweiser einen Wanderweg von 2 Stunden 20 Minuten. Bahnfahren war schon damals nichts für Warmduscher. Der Radweg aber dafür jetzt ein Traum für jeden Radler!

Ankunft in Bozen gegen 15:30 Uhr bei 35 Grad. Das Hotel Stiegl Scala war vom Feinsten. Es fehlte aber die Kraft, alle Annehmlichkeiten zu nutzen. So blieb nur die Dusche und ein kleiner Gang in die Stadt






















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