Die vierte Etappe - Ankunft in Königsberg
Ein wirklich früher Start heute. 07:45 rollten wir ungefrühstückt los. Das gab es in Braunsberg in Form eines Coffee to go, einer Dose Frischkäse und einer polnischen Semmel auf einer Bank.
Und dann ging es weiter Richtung Grenze. Ein bißchen mulmig war uns schon - EU Außengrenze mit dem Fahrrad. Der Reiseführer hatte zwar von einem 5 - Minuten - Stopp gesprochen, aber man weiß. ja nicht.
Und so war es auch. Optimistisch rollten wir bis ganz vor um nach einem " stop tam " und einer deutlichen Handbewegung der blonden uniformierten Polin zu erkennen, dass wir uns einzureihen hatten.
Also nach hinten. Es ging aber doch relativ zügig. Die Pässe wurden eingesammelt und da wir weder Kofferraum und Motorhaube öffnen könnten waren es die Pcktaschen, die geöffnet werden mussten. Aber es genügte ein oberflächlicher Blick und wir durften sie wieder schließen. Um so gründlicher wurden die Pässe von der polnischen Kontrolleurin begutachtet. Doch dann waren wir durch und sahen die Russische Fahne wehen.
Aber das war noch nicht der Durchbruch. Nach einem kurzen Weg über ein Straße die als solche nur noch sehr schwer zu erkennen war die gleiche Prozedur. Die Autos mussten alle Hauben und Klappen öffnen und wurden von unten gespiegelt, wir öffneten die Packtaschen erneut, zu spiegeln gab es nichts. Vielleicht lag es daran, das ich freundlich gefragt hatte: Вы хотите смотрить?
Natürlich wollte sie....
Dann die Pässe zum zweiten Mal gescannt und die Frage, ob wir aus Deutschland kommen. Ich antwortete wahrheitsgemäß, nein aus Polen. Aber die Beamtin war es zufrieden, es war offenbar mehr eine rhetorische Frage. Nach hundertfünfzig Metern ein erneuter Schlagbaum den ein junger russischerSoldat nach einem freundlichem "Здравствуйте" sofort öffnete. Wir waren durch!
Alles in allem eine halbe Stunde, das Personal war beidseitig der Grenze nicht sehr freundlich aber auch nicht unangenehm. Forgrafieren dürften wir nicht. Stacheldraht wird wohl nirgendwo gern gezeigt.
Weiter ging es unserem Tagesziel entgegen. Auf den ersten Blick sah es nicht anders aus als in Polen. Die Strasse war gut in Schuss, Radwege gab es nicht und der Verkehr durchaus erträglich.
Signifikant vielleicht noch am ehesten die Weltkriegsdenkmäler die sich aufgrund ihres gepflegten Äußeren von den normalen Bauwerken am Straßenrand unterschieden.
Und hier eine Anlage mit ca 1.000 Namen in Laduschkin - Ludwigsort....
Dazu ab und an ein unkaputtbarer Bunker dem etwas Farbe zu einem freundlicheren Aussehn verhelfen sollte
oder ein Oblisk für die Helden des ersten Krieges.
Untwegs auch das Schloss Brandenburg. Ein überdimensionaler Wegweiser war nicht zu übersehen. Zwei junge russische Mädchen öffneten das Tor. Da wir (noch) keine Rubel hatten, wollten sie uns die Anlage unentgeltlich zeigen. Ilona hat ihnen 3 Euro gegeben. Ich denke sie waren zufrieden. Die eine sprach etwas deutsch, sie lernt es gerade in der Schule und mit einem Gemisch aus Englisch Russisch und Deutsch könnte das Wesentliche vermittelt werden. Wir durften sogar in den Keller, der in Deutschland längst baupolizeilich gesperrt worden wäre. Das Schloss Brandenburg ist ein alte Ordensburg und war bis in die 80er Jahre des letzten Jahrhunderts, von wem auch immer, noch teilweise bewohnt. Dann fiel sie ein, weil es keine Möglichkeit gab die Dächer zu erhalten....
Und dann waren wir da
Der erste Eindruck war typisch russisch. Die Straße flankiert von Plattenbauten ohne jedweden architektonischen Anspruch. Die Fußwege in einem Zustand, der kaum zu beschreiben ist und sowohl zum Begehen als auch zum Befahren hohe Konzentration erfordert.
Zwischen zwei Wohnblocks aus kommunistischer Zeit war ein Bunker aus anderer Zeit stehen geblieben. Er war offenbar unverück- und nicht integrierbar.....
Wenige hundert Meter weiter ein Zeugnis der Vergangenheit - das Brandenburger Tor, das letzte in Betrieb befindliche Stadttor.













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