Regina Seeways und Kiel
Auch für einen kreuzfahrtunerfahrenen Bürger war es dann relativ einfach. Räder in die Abstellkammer, Taschen gepackt und auf die Rolltreppe. 2x nach oben und wir standen vor der Rezeption. Die Schlüsselkarten lagen bereit und die Kabine war rasch gefunden. 6.Etage, quasi unter dem Kapitän mit Blick nach vorn. Wir könnten praktisch den Eisberg kommen sehen.
Wenn er denn käme. Doch er kam Gott sei Dank nicht. Also 20 Stunden Wohlfühlen. Das Schiff hieß völlig unromantisch mit Vornamen Regina und mit Familiennamen Seaways. Mir war neu, dass Schiffe nun auch Nachnamen haben. Aber wenn es so ist, ist es so.
Eine unerklärliche, wahnsinnig entspannte Atmosphäre war zu spüren. Das Schiff gleitet quasi über das Meer, man kann die Geschindigkeit nicht beeinflussen und kommt irgendwann an ohne etwas dazu getan zu haben. Von der Besatzung sieht man nicht außer dem Servicepersonal und selbst die Trucker sind die Ruhe selbst.
Irgendwann kam Kiel in Sicht mit dem bekannten Marinedenkmal
Und dann ging es ans auschecken. Beeindruckend zu sehen wie die Laster rückwärts mit lauten piepen die Fähre verlassen, bin ich froh, kein Trucker zu sein. Nie im Leben käme ich da rückwärts runter. Ich werde es wohl auch mit dem eigenen Auto nicht schaffen, ich bleibe Radler.
Vom Ostuferhafen bis in die Stadt waren es 8,5 km. Ein Klacks. Am Hauptbahnhof wurden wir als Pirnaer erkannt und freudig begrüßt. Im ersten Augenblick war nicht klar, warum man uns das sofort ansieht. Der drahtige junge Mann lächelte und meinte auch im Norden können man lesen - ich trug das Volksbank Pirna Radlertrickot. Dann wurden wir in die Besonderheiten des Nordens eingewiesen, die im Wesentlichen darin bestehen sollen, dass man hier keinen Humor hat und der junge Mann verschwand. Diese Einschätzung konnte ich schon vorher nicht teilen und nach 2 Tagen Kiel erst recht nicht. Sagen wir, der Humor ist anders als bei uns. Aber er ist da.
Unser Hotel befand sich am Rande des Rotlichtviertels. Das stand nicht im Internet. Aber da es lange hell war, fiel das Rotlicht kaum auf.
Überall Schiffe,Hafen und Wasser - schön!
Noch kurz in die Stadt geguckt - die Vorbereitungen zur Kieler Woche liefen auf Hochtouren. Überall Stände und Bierbuden vorwiegend mit bayrischem Outfit. Wir wollten Fisch und bekamen Wurstsalat zum Abendbrot. Cést la vie!








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