Abendspaziergang in Königsberg

Wenn man schon so zeitig hier ist, muss man auch noch einmal los. Also stadtfein gemacht, ein Glas Wein am Tresen erhascht und los in die Stadt. Doch wo ist sie, die Stadt? Die freundliche Rezeptionistin hatte einen Plan für uns und markierte den Dom und den Platz des Sieges als "must have seen".

Also zunächst zum Dom. Als Vorgebildeter weiß man, dass Immanuel Kant aus Königsberg stammt und im Dom begraben ist und dass der Dom mitten in der Stadt stand. Aber besser trifft es die vollendete Vergangenheit Plusquamperfekt: gestanden hatte! Denn die Stadt ist an dieser Stelle weg. Dort wo sich früher der Stadtteil Kneiphof nebst Dom befand, ist jetzt die die Kantinsel mit  dem wiederaufgebauten Dom. Ein großer Park mit vielen Skulpturen und einer Fotausstellung wie es früher einmal aussah. Sehr berührend gestaltet.
Aber auch bedrückend und irgendwie unwiederbringlich verloren.

Der Dom dagegen beeindruckend. Der Wiederaufbau gelang nur, weil man sich in der kommunistischen Zeit nicht getraut hatte, die Trümmer wegzusprengen wie an vielen anderen Stellen der Stadt um Platz für Neues zu Schaffen.


Der Dom wird vielfältig genutzt ist im wesentlichen auch Konzertsaal, die Orgel ist aus Potsdam.
Und Kants Mausoleum hat offensichtlich die Wirren der Zeit unbeschadet überstanden.
Den Abend beschloss ein Spaziergang am neu entstanden Pregelufer. Einer der wenigen Plätze, der die Schönheit der alten Stadt ahnen lässt.

 
Die Strecke heute 70,8 km. Was Radfahrern besonders auffällt: die Bordsteine sind gefühlt mindestens einen Viertelmeter hoch. Bordsteinabsenkung ist hierzulande offenbar  noch völlig unbekannt. Das lässt für die morgige Stadtrundfahrt einiges erahnen....

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