Der letzte Danziger in Gdansk

Wir stehen früh an der Brücke zur Speicherinsel und genießen einen letzten  Blick auf die Promenade mit Frauentor und Krantor. Ein älterer Herr spricht in tadellosem akzentfreien Deutsch Loni an: ihr habt schöne Fahrräder, seid ihr Deutsche? Was wir bejahen, wir kommen ins Gespräch. Er ist einer der letzten 3 Deutschen hier und  lebt seit 86 Jahren in Danzig bzw. Gdansk. Er durfte bleiben weil er jung und kräftig war und beim Wiederaufbau helfen konnte. Schule fertig machen war für deutschsprachige Einwohner nicht denkbar,  er war ein Leben lang Hilfsarbeiter auf dem Bau. Er hat nie getrunken und geraucht, seine deutschen Freunde sind längst gestorben und die Knochen sind jetzt kaputt. 

Er erzählte von früher, von den mit Unmengen Getreide gefüllten Speichern, die jetzt Ruinen sind oder aber zu Loftwohnungen umgebaut werden, von den Hubbrücken, die sich nicht mehr heben und der alten reichen Stadt Danzig von der nach seiner Meinung nicht viel geblieben ist. Das was jetzt aufgebaut wurde sei nur ein Abbild des alten Glanzes....

Und von den Russen, die 1945 kamen und den jungen deutschen Frauen die sich aus  Angst vor ihnen in der Mottlau ertränkten.


Wir fuhren sehr nachdenklich weiter....


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