Good bye Lenin
Tatjana war sehr froh als sie hörte, dass alles geklappt hatte. Nun hieß es Abschied nehmen. Es wurden noch Bilder der Familie gezeigt, wir wurden ins russische Facebook eingewiesen, das natürlich besser als das Orginal sei weil privat und nicht politisch. Und wir könnten auch gerne noch bleiben...
Ich wäre ja noch geblieben, aber Loni wollte zu den Enkelkindern und außerdem hatten wir nur ein Dreitagesvisum in Aussicht.
Die Taschen waren gepackt, es wurde gedrückt und geherzt.
Tatjana entließ uns mit dem Versprechen uns zu melden, wenn wir gut in Deutschland angekommen seien.
Dann ging es los Richtung Grenze. Der Weg war vom Sonntag noch bekannt, der Wind kam von hinten und nach 50 Minuten waren wir gegen 14:50 erneut am Punkt der Ausreise.
Ich reichte alles was wir an Dokumenten hatte durch ein kleines Fensterchen und erklärte der Dame mit Zopf, dass wir noch ein Visum für 3 Tage beantragen wollen und es auch schon bezahlt hätten. Ihr Gesichtsausdruck wechselte von neutral zu ungläubig. Sie griff zum Telefon und es erschien ein deutlich besser besternter Beamter mit dem gleichen ungläubigen Gesichtsausdruck. Er bat uns die Räder an der Seite abzustellen und ihm zu folgen. Im Wartebereich wurden uns die beiden wackligen Sitzplätze auf einer Bank angeboten und ein Soldat mit Camouflage Optik mit unserer Bewachung beauftragt. Er schaute nicht unfreundlich drein, sprach aber kein Wort. Der Leutnant verschwand mit unseren Dokumenten in den Weiten des Gebäudes. Nach ca. 10 Minuten kläffte uns, nur durch eine Glasscheibe getrennt, ein Diensthund an, den ein Beamter herbeigebracht hatte. Nach einer weiteren halben Stunde erschien der Leutnant und bat jeden von uns einzeln zu sich um ein Dokument zu unterschrieben. Das konnte ein Antrag auf ständigen Aufenthalt in Russland sein, aber wir fragten nicht. Er verschwand mit unseren Unterschriften und der kläffende Hund erschien wieder.
Wir warteten ergeben. Ganz offensichtlich waenr es aber doch Visaanträge gewesen, denn nach weiteren 30 Minuten erschien er mit unseren Pässen.
Die Beamtin hatte inzwischen Schichtschluss und eine andere Dame mit Zopf saß da und schaute ungläubig. Es wurde telefoniert und geschaut. Altes Visum, neues Visum, Passbild und Gesicht. gescannt und verglichen. Wir durften nicht lächeln um die Erkennbarkeit des Gesichts nicht zu gefährden. Endlich ein Stempel und ab zur Gepäckkontrolle. Die Blicke ins Innere unserer Packtaschen waren nur oberflächlich und dann ein freundliches Ло звидания und wir waren durch. Kurz vor uns hatte ein einzelner Radfahrer den Grenzübertritt erfolgreich vollzogen. Wir trafen in am Einreisepunkt in Litauen wieder. Andreas aus Plauen war vom Vogtland bis hierher geradelt und wollte noch bis St. Petersburg an dann nach Scandinavien. Wir fuhren gemeinsam im Regen bis Nida und plauderten über die Welt der Radfahrer. Sehr angenehm!
Zwischen der russischen ind der litauischen Seite liegen vielleicht nicht Welten, aber sicher 20 Jahre. Es hat hier fast schon etwas skandinavisches.








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