Die fünfte Etappe nach Svetlogorsk - Rauschen

Die Stadtrundfahrt auf holpriger Piste hatte uns weitere 22 km auf die Uhr geschrieben. Nun sollte es weiter an die Küste gehen.

Zunächst zum Nordbahnhof und immer auf dem Fußweg neben der  Staatstraße entlang. Das ist das schon fast gewohnte Prozedere. In den Außenbereichen von Kaliningrad konnte man hin und wieder auch sehen, dass es eine Zeit vor dem Kommunismus gab. Sanierte und unsanierte städtischgeprägte   Wohnhäuser.

Und dazwischen natürlich die obligatorischen Heldenmahnmale - hier eins für die Flieger des großen vaterländischen Krieges.
Am Stadtrand standen wir plötzlich schon auf der Autobahn Richtung Küste. Das ist hierzulande wohl üblich, war aber nicht unser Geschmack. Also abgebogen und die Landstraße gewählt. Wie versprochen waren es alte Allen auf denen wir leider nicht allein unterwegs waren. Offensichtlich bevorzugen unsere russischen Freunde, wenn es denn irgendwie finanzierbar ist größere Autos. Und neben dem leicht hügeligen Profil machte uns heftiger Frontwind zu schaffen. Kurzum es war mühsam.
An einem Mahnmal für eine motorisierte Schützendivision hielten wir ehrfurchtsvoll an. Plötzlich Partymusik aus mehreren  PKW`s. Eine Hochzeitgesellschaft stieg aus mit Sekt in Plastikbechern und guter Laune. Zum Fotoshootings und offenbar um die Hochzeitsblumen abzulegen.
Von Ehrfurcht keine Spur. Andere Länder andere Sitten.

Und irgendwie kamen wir dann  an. Der Ort völlig anders als erwartet. Eine einzige Partymeile in weiß blau und rot.. Viele wunderschön restaurierte Gebäude, Neubauten im Stil von FDGB Heimen aber auch noch versteckte Villen, die auf Sanierung harren. Und überall Jubel und Trubel.

Offenbar schien ganz Kaliningrad auf Wochenendurlaub. 
Nach einem Abstieg zu Küste - den Lift hatten wir nicht gefunden und einem Gang über die Promenade

fanden wir im Ort ein etwas ruhigeres Pläzchen neben dem alten Wasserturm und konnten bei russischer Kost und Wein den Trubel beobachten.

Die russische Durchschnittsfamilie unterscheidet sich offenbar kaum von uns. Das ist gut zu wissen. Der Tag hatte uns weitere 58 km vorangebracht, die gefühlt aber mindestens doppelt zählen müssten.


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