Bürokratie
Der Plan war klar. Mit dem 1. Bus nach Selenogradsk - Cranz. Mit dem Taxi zur Sberbank, 2.000 Rubel einzahlen, mit dem Bus zurück nach Rybatschi, Tatjana drücken, aufs Rad und los.
Soweit der Plan.
Die deutsch sprechende Beraterin empfing uns freundlich, erklärte nebenbei dass sie ein Jahr in Deutschland gelebt hat und deshalb deutsch könne. Sie sah unser Belege noch einmal durch, zog für uns ein Ticket und wartete am Schalter bis tatsächlich eine Überweisung vorgenommen wurde. Die Frage, wieviel wollen Sie überweisen war dann fast schon nebensächlich. Vielleicht hätten es auch 500 Rubel pro Nase getan. Wir haben 1.000 überwiesen - an wen auch immer. Und eine Quittung bekommen. Und es bleib noch Zeit für Strand und Stadt. Ich glaube Cranz hat Potenzial und nimmt auch seine Vergangenheit an.
Früh erwacht, Tatjana hatte mit Kartoffeln gefüllte Teigtaschen zum Frühstick gemacht und Kaffee ohne Zucker. Dann zum Bus. Erstaunlicherweise fahren gefühlt mindesten aller 30 Minuten Busse aus dem doch recht abgelegenen Dorf in die Welt. Und sie werden angenommen,
Der Busbahnhof war eine Hütte, doch der Bus kam pünktlich.
Kurz nach 09:00 waren wir in Cranz. Wider besseren Wiasens versuchten wir die Sberbank selbst zu finden - chancenlos. Das Taxi brauchte 5 Minuten und kostete 100,00 Rubel - 1,40 Euro.
Die Bank war innerlich wie ein Amt aufgebaut - man musste ein Ticket ziehen und es gab Mineralwasser for free. Aber nicht nur das, sondern die Tickets waren geordnet nach Anliegen. Wir konnten unser Abliegen auf Russisch schlecht formulieren und wählten "Einzahlung". Ticket Nummer П0001. Das war wohl keine gute Wahl, denn wir warteten mit Abstand am längsten. Ilona wurde schon unruhig, unser Bus zurück ging kurz vor 12.00 Uhr.
Doch dann die Erlösung Unser Ticket war dran. Ich erklärte der Dame am Schalter 2 mühsam unser Anliegen um dann nach 10 Minuten intensiver Arbeit am PC zu hören, dass die Bankverbindung auf unserem Beleg nicht mehr gültig sei. Ich war am Ende mit meinem Russisch und fragte "Тут кто-нибудь говорит по-английски?" "Нет, нет, но немецкий!" Und es erschien umgehend eine in grün weiß gekleidete junge Frage die uns in fließendem Deutsch nach unserem Anliegen fragte. Wir wähnten uns am Ziel. Doch gefehlt. Die Sberbank kann aus alten Kontonummern keine neuen machen, wir müssten zum Amt für Dokumente gehen, Das sei nicht weit, direkt gegenüber dem Lenindenkmal. Die werden die Bankverbicbung ermitteln und wir könnten zurück kommen und überweisen. Das Amt war schnell gefunden obwohl Lenin schon etwas zugewachsen war.
Das Ticketziehen war hier noch schwieriger. Also gleich zur Enpfangsdame. Die sprach nur Russisch und verstand unser Anliegen nicht ansatzweise. Die 6 weiteren Angestellten die erkennbar ohne akute Aufgaben waren, machten keine Anstalten, ihr zu helfen. Mir fiel unsere Freundin Ludmilla ein. Sie kannte den Sachverhalt, hatte ihn durchdrungen, konnte ihn erklären und spricht fließend russisch und deutsch. Es klappte auch sofort eine Verbinung nach Weißrussland herzustellen und die Damen konferierten lange. Dann schien alles klar. Unser Ansprechpartnerin hatte das Problem erkannt und arbeitete intensiv am PC. Neue Kunden wurden unwillig abgewiesen, da sie, wie erkennbar war eine wichtige Arbeit hatte, Nach 20 Minuten ein betrübter Blick: Я не могу помогать.
Mir fiel Lenin ein: Что делать? Sie zuckte die Schultern. Zurück zur Sberbank!









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