Ein Tag in der Bundesstadt und ein Besuch bei Beethovens

Die Suche nach einem Hotel in Köln am Vorabend war  ergebnislos verlaufen. Nicht dass es keine Hotels gab. Nein, sogar viele. Aber die Übernachtungspreise ohne Frühstück, die sonst bei 80,00 bis 110,00 Euro für das Doppelzimmer beginnen jetzt bei 200,00 für ein Low Budget Zimmer in der Nähe des Bahnhofs und bei 180,00 Euro am Stadtrand, 12 km vom Hauptbahnhof entfernt.

Nur an der Großstadt lag es nicht, es war wohl eher  die Fußball EM, die einen Geldsegen in die Kassen der Hotellerie spülte.

Also entstand an der Bar die Idee, den letzten Tag nicht in Köln zu verbringen, sondern am Sonntag früh zeitig von Bonn aus zum Zug zu radeln. Unser Zimmer im Dorint war verfügbar und so verlängerten wir spontan und planten den kommenden Tag in Bonn:
Ausschlafen
Beethovenhaus besuchen
Altes Regierungsviertel anschauen
Wein trinken dort wo es schön ist
Dampferfahrt auf dem Rhein buchen und durchführen

Das Ausschlafen gelang problemlos. Das erste Mal in den vergangenen knapp zwei Wochen, dass man nicht früh aufs Rad steigen musste. Auch schön!

Das Beethoven Haus ein Muss für Bonnbesucher. Wobei ich zu meiner Schande gestehen muss, dass ich die Fragen nach dem Geburtsort Beethovens vor unserem Urlaub wahrscheinlich nicht hätte beantworten können.

  

Viele Originalstücke aus dem Besitz des Künstlers waren zu sehen: von der ersten Geige, über ein Cello bis zu Klavier, Hörgerät und Partituren. Es grenzt schon an Genialität, wenn jemand der gar nicht hören kann was er komponiert solch genial Musik erschaffen kann.

Auch der Schreibtisch des Künstlers war zu sehen. Regelrecht klein im Verhältnis zur Größe seines Schaffens.

 

Das gab mir die Hoffnung, auch in meinem kleinen häuslichen Arbeitszimmer am IKEA-Schreibtisch noch zu einigen großen Gedanken zu finden. Sehr schön auch der Garten, dem man nicht ansah, dass er sich mitten in der Innenstadt befindet.

  

Ein unterhaltsamer und bildender Vormittag.

Draußen war inzwischen des Friedrichstraßenfest im vollen Gange. Uns zu Ehren wurde der rote Teppich ausgerollt und alle Händler und Gastronomen präsentierten sich draußen.

   

Man hätte nie gedacht, dass Bonn so viele Menschen hat. Wikipedia wusste es, es sind etwas mehr als 320.000 Einwohner. Etwas abseits vom Getriebe fanden wir den schönen Platz zum Weintrinken. Nebenbei lief das Spiel Ungarn gegen Schweiz. Als wir gerade gehen wollten, fragte uns eine Dame, ob sie unseren Tisch übernehmen könne. Konnte sie und es entspann sich ein angenehmes Gespräch über Gott und die Welt so dass auch wir bis zum Ende des Spieles verweilte. Sie war Lehrerin und arbeitet an der Bonner Universität in der Verwaltung. Ihr Eindruck von von den Studenten war bei weitem nicht so schlecht wie meiner von meinen BA Studenten. Aber bei Ihr  gab es nur Lehramtsstudenten. Vielleicht liegt es ja daran.

Da es schon spät war, ließen wir das Regierungsviertel aus. Vielleicht nicht ganz so schlimm und wiederholbar.

Nach einer kurzen Pause im Hotel ging es zum Schiffsanleger, Einlass war ab 19:30, aber kein Schiff war da. Doch halt, eins lag am Anleger der KD Schifffahrt, ca 750 m zu Fuß. Also nichts wie hin. Dort gab es aber nur weißgewandete junge Menschen. Loni wußte gleich , dass kann nicht für uns sein. Ich hätte ja wenigstens gefragt, aber wahrscheinlich hatte sie Recht. Und außerdem passt die Mugge nicht zu einer Lounge Abendfahrt. Inzwischen war es kurz vor 8:00. Am anderen Ende  des Kais erschien noch ein Schiff. Nichts wie hin. Es war ein Kreuzfahrtschiff. Wir waren ratlos. Noch einmal das Datum gecheckt, aber auch das stimmte.





Es war im Moment nicht zu ändern, in Gedanken habe ich schon die Beschwerdemail formuliert und wir trudelten in den Biergarten „Alter Zoll“ ein. Dort war es auch schön. Und hinterher haben wir die Uni noch von außen gesehen!

   

Der letzte Abend des Urlaubs endete an der Hotelbar ohne das Rätsel des verschwundenen Schiffs lösen zu können. Sie fand sich erst jetzt bei der schriftlichen  Aufarbeitung des Abends. In Bonn fahren Sonnabends keine Lounge Schiffe , aber in Köln! Doof nur, dass wir im Hotel gebucht hatten. Ich hätte nie gedacht dass man im Hotelportal Bonn Schiffe für Köln angezeigt bekommt.
























 




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