Aller Anfang ist schwer
Die große Radreise sollte dieses Mal früher beginnen als gewöhnlich. Der Moselradweg sollte es werden, von der Quelle bis zum Deutschen Eck und wenn es geht weiter bis Köln. Also hieß es schon Mitte April Tickets buchen. Eingedenk der positiven Erfahrungen aus vergangenen Bahnreisen führte der erste Weg auf den Bahnhof Pirna. Doch die Zeiten ändern sich. Was früher ein kleines DB - Reisezentrum war, nannte sich nun Reiseagentur und war ein privates Unternehmen. Ich hätte ein Ticket nach Dresden, vielleicht auch nach Berlin oder Rostock buchen können. Aber dahin wollte ich nicht. Aber zwei Tickets mit Fahrrädern nach Remiremont in Frankreich überforderte die Mitarbeiterin: “Des geht nur im DB - Reisezentrum“ „Ach so, wo ist dass“ „Dresden Hauptbahnhof oder Neustadt“ „Vielen Dank, kein Problem!“
War es dann aber doch. Am nächsten Tag war ich ohnehin in Dresden, da sollte es wohl gelingen. Das Reisezentrum war nicht zu übersehen, aber man musste sich erst mit der Technologie vertraut machen: Eine Nummer ziehen wie auf dem Arbeitsamt und man bekam die ungefähre Wartezeit mitgeteilt, die dann, wenn man wollte, auch auf dem Handy laufend aktualisiert wurde. Aber 45 Minuten war mir zuviel, Termine, Termine.
Es gibt doch auch in Chemnitz ein Reisezentrum und ich bin ja ohnehin jeden Donnerstag in Chemnitz. Das wäre doch eine Option. Also Donnerstag früh um 08:00 ins Reisezentrum nach Chemnitz. Zwei freundliche Mitarbeiter warteten auf Kunden. „Wie kann ich Ihnen helfen?“ „Ich brauche zwei Tickets für zwei Menschen und zwei Fahrräder nach Remiremont.“ „Wo ist den das?! „In den Vogesen,“ „??“ „In Frankreich“ „Oh!“
Die Dame müht sich wirklich redlich, bezog auch ihren Kollegen in die Recherche ein, um nach 30 Minuten festzustellen, dass es nicht geht. „Wir bekommen nicht alle Verbindungen von der Bahn freigeschaltet“ „Wieso das, Sie sind doch ein Reisezentrum?“ „Ja, das sind wir, aber nicht von der Deutschen Bahn sondern von der Mitteldeutschen Regiobahn. Das ist nicht dasselbe.“ „Klar. Und nun?“ „Sie müssen ins DB Reisezentrum“ „ Danke ich weiß, das ist in Dresden.“ „Sie können aber auch nach Leipzig fahren….
Das wollte ich dann doch nicht. Aber immerhin gab es noch den Tipp, dass man die Tickets für den französischen T eil der Strecke online buchen könne.
Aber erst einmal gab es einen Sonntagsausflug nach Dresden. „Zwei Erwachsene und zwei Fahrräder nach Remiremont das ist ist in Frankreich“ Wann wollen Sie fahren? Das klang sehr verheißungsvoll. „Am 2. Juni!“ Eine Weile war nichts zu hören als das Klappern der Tastatur , dann ein leichtes Stöhnen und der Ruf nach dem Kollegen der helfen sollte. Der kam auch, konnte jedoch auch nicht wirklich helfen. „Wollen Sie vielleicht über Berlin fahren?“ Wollten wir eigentlich nicht, aber wenn es geht, wäre es eine Option. War es dann aber doch nicht, weil irgendein ICE doch nicht buchbar war.
Die Dame war verzweifelt. “Ich könnte Sie mit der Regionalbahn fahren lassen.“ „Würde das gehen?“ „Ich schau mal“ Es ging tatsächlich, aber man musste einen Tag eher Starten und die Frankreich - Tickets selber buchen.“ Und Sie brauchen nicht zu reservieren und im Vorfeld keine Tickets kaufen. Einfach einen Tag vorher ein „Quer durchs Land Ticket“ kaufen, einsteigen und losfahren. Die Aussicht auf zwei Tage Regionalbahn war nicht verlockend, aber offensichtlich alternativlos. Also war zumindest die Anreise geklärt. Und dann hat uns die Dame tatsächlich zwei Tickets mit Fahrrad für die Rückfahrt von Köln nach Dresden gebucht! Dass „Quer durchs Land Ticket“ gab es leider nicht. Dafür einen detaillierten Reiseplan mit 9 x Umsteigen und Übernachtung in Offenburg.
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