Schlössertour vom Feinsten - Schloß Stonsdorf, Schloß Lomnitz und Schloß Schildau
Der 11. Tag
Der letzte Urlaubstag bricht an. Es soll einer werden, wie er im Buche oder besser im Plan steht: Also Schlosshopping auf wenig befahreneren Nebenstraßen und ohne wesentliche Anstiege. Und so sollte es auch werden.
Der Frühstückssaal heute deutlich besser besucht als am Vortag, aber immer noch sehr weitläufig.
Dann Start zum Palac Staniszow - Schloß Stonsdorf . 2,5 km nur bergauf! Es wurde ab 1784 errichtet. Es galt - genau wie der Ort Stonsdorf bis zum Ende des zweiten Weltkriegs als eines der schönsten Schlösser des Hirschberger Tals.
Das Schloß beherbergt heute ein Hotel neben Restaurant. In einem kleinen Geschäfts werden sowohl der originale, aber auch der neue Stonsdorfer angeboten. Wir waren mit dem Rad und lehnten dankend ab. Vielleicht können wir ja online was ordern, das Duplikat im Restaurant Staniszowa jedenfalls war vielversprechend.
Nach 12 wunderschönen Radkilometern abseits großer Straßen erreichten wir das Palac Lomnica - Schloß Lomnitz. Es beherbergt ein Museum, in dem gerade die 300jährige Geschichte des Schlosses dargestellt wird. In kleinen Filmen wird einem die Geschichte des Hauses und der darin lebenden Menschen nahegebracht. Daneben wird auch viel über dass Leben in Schlesien im vergangenen Jahrhundert erzählt. Berührend die Geschichte vom Erwerb der Ruine 1991 durch den Urenkel der letzten Besitzerin und die Mühen des Wiederaufbaus. Die Familie von Küster wohnt übrigens noch immer im Schloß, allerdings im nicht zugänglichen Teil. Besonders beeindruckend, dass die Familie neben her noch Zeit für 5 Kinder fand!
Auch im Inneren gab es wahnsinnig viel zu sehen. Beeindruckend die Akribie, mit der das Inventar zusammengetragen wurde.
Nur einen Steinwurf weiter steht das Palac w Wojanowie - Schloß Schildau. Optisch fast noch schöner beherbergt es ausschließlich Hotel und Restaurant. Es hatte viele wechselnde Besitzer, unter anderem die preußische Königsfamilie. Ein weitläufiger Park rundet das Ensemble ab.
Wir hatten genug gesehen und radelten nach Hause. Unser palac na wodzie - Palast am Wasser kann sich nicht mit so klangvollen Besitzern schmücken, hat aber zwei Betten und eine kleine Dusche mit warmen Wasser für uns.
Der Tag klingt auf der Terrasse am Springbrunnen mit etwas zu süßem Weißwein aus. 😩
Dann gab es , wie gewohnt Abendessen im Staniszowka. Die freundliche Kellnerin begrüßte uns mit einem „wie immer?“ und stellte Wasser und Weißwein auf den Tisch. Herrlich diese Gastfreundschaft, man fühlt sich wie zu Hause!
Das ist überhaupt die vielleicht wichtigste Erkenntnis unserer Reise: Mit Freundlichkeit, Bescheidenheit und einigen Worten in Landessprache wird man überall freundlich aufgenommen. Man darf nicht erwarten, dass es immer wie zu Hause ist - dann hätten wir nicht fortfahren brauchen - aber Menschen verstehen sich immer.
Es ist schlimm, was im letzten Jahrhundert alles passiert ist. Zunächst von unserer Seite und dann von der Seite der Sieger. Man muss es auch nicht vergessen, aber man muss die Ergebnisse akzeptieren und daraus das Beste machen.
Und das heißt, sich nett und freundlich zu begegnen, egal ob in Schlesien, Böhmen oder Ostpreußen, sich zu freuen, dass man sich treffen kann und so viel Gutes und Schönes in de letzten 30 Jahren entstanden ist. Und noch viel mehr im friedlichen Miteinander möglich ist.
Das ist um so wichtiger, als jenseits der polnischen Ostgrenze ein Krieg im Gange ist, weil die Anführer diese schlichten Wahrheiten nicht verinnerlichen können!
Alles in allem waren es heut leichte 25 km durch das Hirschberger Tal. Morgen früh noch zum Bahnhof und dann von Pirna nach Hause. Wenn’s klappt 10 km.
Bis jetzt sind es 536 km. Eigentlich nicht schlecht!


























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AntwortenLöschenWieder ein toller Reisebericht! Danke, dass wir dabei sein durften.
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