Aller Anfang ist schwer. Und tut weh!

Der große Tag rückte näher, Keine Party am Vorabend, aber trotzdem, oder gerade deshalb schlecht  geschlafen. Noch war nichts eingepackt, nur einiges zurecht gelegt. Haben wir auch nichts vergessen? Wird alles in die Packtaschen passen? Habe ich Wesentliches auf der Arbeit vergessen?

Die Vielzahl der Fragen ließen an Schlaf nicht mehr denken führte dann zu einem zeitigen Verlassen der Ruhestätte und damit auch zu 2,5 Stunden Zeit zum Packen. 

Doch irgendwie passt es immer. 07:30 Uhr war alles verstaut und 07:58 Uhr hingen die Packtaschen am Rad. Start!

Die Ziele waren heute hochgesteckt. Mir hätte Usti eigentlich gereicht aber Loni wollte bis Litoměřice (Leitmeritz). Lt. Karte 102 km und ob des frühem Starts durchaus möglich. Die Luft war noch angenehm kühl, der Weg bekannt und so rollte es zunächst fast wie von selbst. Bis Bad Schandau! Da hatte ich gefühlt 50 km in den Beinen und im Po aber lt. Navigation waren es gerade mal 25 km. Die morgendliche Kühle war schon lange hochsommerlichen Temperaturen gewichen. Erste kleine Zweifel an der Machbarkeit des Tagesziels wurden mit lauwarmen Mineralwasser aus der Trinkflasche aus dem Weg geräumt und weiter ging´s.





Die Staatsgrenze wurde erreicht, noch immer waren es 64 km bis zum Ziel. Noch war es früh am Tage und so radelten wir nach den obligatorischen Grenzübertrittsfotos weiter Richtung Děčín. 

Die Landschaft an der Böhmischen Elbe, die dort ja bekanntlich Labe heißt unterscheidet sich mit ihrer Anmut kaum von der Sächsichen Schweiz. Sieht man davon ab, dass die Bastei wirklich einmalig ist.

In Děčín ging es über die Brücke und dann rechtselbisch weiter. Usti war dann  gegen 13:00 erreicht. Es hätte das Ziel sein können, war es aber nicht. Aber wenigsten fanden wir am Ortsausgang an der Elbe eine Restaurace namens Labska Bašta. Sie hatte zwar nicht die mindeste  Ähnlichkeit mit unserer Bastei, versprach aber Strom für die E-Biker (den wir nicht brauchten), Essen und Trinken für alle (was wir brauchten). Und das zu traumhaften Preisen. 2x satt für 400 Kronen.

Die letzten 20 km wurden dann doch etwas lang aber 16:30 erreichten wir den Marktplatz von Leitmeritz. Von der Dimension mindest doppelt so groß wie unser Pirnaer Marktplatz. Das Rathaus dezent an den Rand gerückt und die Mitte begrünt.Sehenswert aber auch teilweise im Bau, so dass wirklich schöne Fotos ausblieben. Immerhin konnten die vergessenen Dinge des täglichen Bedarf bei einer überregional aktiven Drogeriekette nachgeordert werden






Die Unterkunft war göttlich, zumindest vom Namen her: Hotel Apollon in Leitmeritz. Da unsere Verfassung nicht mehr göttlich war, musste gegoogelt werden um die Bedeutung der Gottheit zu rekapitulieren. Wikipedia sei Dank.

Apollon, lateinisch Apollo, deutsch auch Apoll ist in der griechischen und römischen Mythologie der Gott des Lichts, des Frühlings, der sittlichen Reinheit und Mäßigung sowie der Weissagung und der Künste. Darüberhinaus ist er der Gott der Heilkunst und der Bogenschützen. Also vielseitig einsetzbar.

So gebildet radelten wir dann einigermaßen wieder hergerichtet ins Städtele um uns am Markt weltlichen Genüssen hinzugeben. Der Genuss war kurz, 100,25 KM ließen uns um 21:00 Uhr in Aplollons Arme entschwinden.

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