Kühl und regnerisch - es geht nach Pardubice

 Der vierte Tag

Der Blick aus dem Dachfenster unserer Pension verhieß durchwachsenes, aber nicht unfreundliches Radlerwetter. Es standen auch nur 75 km auf dem Programm. Ein entspannter Tag lag vor uns.

Der Wermutstropfen bestand erneut in der Beschaffenheit des Weges.Elbnah sollte es so weitergehen, wie der gestrige Tag gewesen war: Schotter, Modder und Wurzeln. Nichts, was einen Radler mit wunden Hintern begeistern kann. Also umgeplant und die elbferne Route gewählt. Die führte über wenig befahrene Landstraßen, war etwas kürzer und vielleicht nicht ganz so reizvoll. Aber etwas kommoder!

Aber zunächst ging es nach dem Frühstück noch einmal auf den Marktplatz und ins Schloss. Das Denkmal von König Jiří  von Poděbrady sollte zu besichtigen sein, allein, wir fanden es nicht. So reisten wir ohne königlichen Segen ab. 


Und es ging gut voran. Erst entlang der Elbe, dann entlang der Cidlina (Zidlina) - hatte ich noch nie gehört - ist aber einer der größeren Nebenflüsse der Elbe und kommt auch aus dem Riesengebirge. 



Und dann waren wir im Binnenland, fernab der Elbe. Aber es ging gut voran. Schnell erreichten wir Kolin. Die Stadt, mir nur bekannt durch den Marsch „Koline Koline“  von Franz  Kmoch, den mein Vater, zum Leidwesen meiner Mutter nicht oft genug hören konnte.  Allerdings lässt sich feststellen, zumindest am heutigen Tag bot sie nichts sehenswertes und wir radelten schnell weiter.

Weiter ging es nach Tynec nad Labem auf deutsch Elbeteinitz. Eine eher unbedeutende Kleinstadt, die sich heute vor allem dadurch auszeichnete, dass der Radweg nicht am Ufer sondern hoch über der Elbe verläuft. Mit dem entsprechenden Anstieg!

Wichtigste Person des Städtchens, und auch entsprechend gewürdigt der österreichische General Michael Freiherr von Melas der zwischen 1746 und 1803 viele Schlachten erfolgreich schlug und in Elbeteinitz gestorben ist.


Da es für die Mittagspause noch deutlich zu früh war, ging es weiter ging es durch unbekannte Dörfer, viele mit dem Zusatz „nad Labem“ obwohl von ihr weit und breit nichts zu sehen war. Kilometerlange schnurgerade Alleen und Pferdekoppeln und große, herrschaftliche Gestüte deuteten auf die um Pardubice beheimatete Pferdezucht hin.



Im Dörflein Semin  gab es Wasser und gebackenen Käse und damit neue Kraft für die letzten Kilometer

Ankunft in Pardubice  gegen 15:00.Allein die letzten Meter gestalteten sich schwierig: 3 Elbquerungen, gefühlt 5 Baustellen und eine Einfallstraße die an Dresden Prohlis erinnerte, ließen und fast verzweifeln. Aber am Ende erreichte wir das Schoß Pardubice. Absolut sehenswert!




Vom Schloß führte der nur wenige hundert Meter lange Weg durch Torbögen auf den Hauptplatzt - ein Traum!



Kurze Rast und den Blick genießen. Dann ab ins von unterwegs gewählte Quartier. Die positiven Bewertungen wurden von der Realität noch übertroffen.  Die Freundlichkeit der Wirtin hatte den Anschein als ob sie uns kennen würde und sich riesig gefreut hat, dass wir wieder da sind.  Top Unterkunft. Der Abend klang nach einem kleinen Spaziergang  dann auf dem Hauptplatz aus,

Es waren rund 72 km bei angenehmem Wetter, der angedrohte, und zu Hause wohl auch stattgefundene Starkregen war ausgeblieben. Lediglich nach dem Abendspaziergang wurde wir noch leicht geduscht.

Morgen geht es auf nach Jaroměř/Josefov und wenn es klappt  vielleicht noch etwas weiter.



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