Das Ziel ist nah - Hohenelbe /Vrchlabí
Der 6. Tag
Kaltduschen ist für Radler keine Dauerlösung, darum wurde das Hotel in Hohenelbe schon am Vorabend gebucht. Und da wir mehr als eine Nacht bleiben wollten wurde auf die Ausstattung etwas mehr Wert gelegt. Ohne Sorge um den abendlichen Schlafplatz konnten wir 08:45 starten.
Dvůr Králové war nach 5 km erreicht. Ein niedliches Städtchen, sicher einen Besuch wert. Warum es aber keine freien Übernachtungsmöglichkeiten gab, erschloss sich nicht sofort. Und später auch nicht.
Danach ging es langsam und stetig aufwärts. Unser nächstes Zwischenziel war die Talsperre Les Království. Aber irgendwie fanden wir sie nicht. Warum, war zunächst ein Rätsel, 300 Höhenmeter später erkannten wir, dass wir offensichtlich eine andere Route gewählt hatten als der Radführer angezeigt hatte aber nun gab es kein zurück mehr. Und im Reiseführer hatten wir wenigstens ein Bild der Talsperre gesehen.
Nun gab es einige Abfahrten, was zwar angenehm war, aber dass flaue Gefühl im Magen erzeugte, dass es ja irgendwann wieder aufwärts gehen müsse, was es dann auch tat.
Die Elbe, wenn sie denn überhaupt sichtbar war, war inzwischen zu einem Gebirgsbach geworden. Das deutet auf das näher kommende Ziel hin und machte Mut.
Der letzte größere Ort vor Vrchlabí war Hostinné, auf deutsch Arnau. Mit fast 1000 Jahren die älteste Stadt der Region. Ein kleines Café nahe der Elbe und einer bemerkenswerten Stahlbetonbrücke gab die Chance zum letztmaligen Kräfte tanken.
Die freundliche Bedienung sprach ein auch für Touristen verständliches Tschechisch und so gab es Latte Macchiato und heiße Schokolade vom Feinsten. Deprimieren war allerdings dass sie meine Frage nach dem Rathaus - radnice - auch beim dritten Versuch nicht verstand. Erst mit dem Aufschreiben und Zeigen auf den Handy kam der Erfolg. „Oh, myslíte Radnice - doleva 250 metru“. Lag wohl an meinem Akzent, der offensichtlich noch ausbaufähig ist. Vielleicht melde ich mich mal bei der Volkshochschule an?
Das Rathaus übrigens bemerkenswert wegen seiner beiden Riesenfiguren am Turm. Riesengebirge eben! Und der Markt als solches auch bemerkenswert.
Weiter ging’s und ohne größere Anstiege erreichten wir Vrchlabi gegen 14:00 und checkten ins Hotel Gendorf ein.
Im Restaurant vor dem Hotel genossen wir unseren Erfolg: heute zwar nur 38,4 km, aber dafür per Saldo 336 Höhenmeter. Zwischenzeitlich waren es aber auch schon einmal 500 Höhenmeter.


















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