Von Böhmen über die Berge nach Schlesien - witamy w Polsce

 Der 9. Tag

Wären wir Sportler und ginge es um Zeit wäre heute die Königsetappe gewesen. Zwar nicht über die Alpen, aber über den Kamm des Riesengebirges.

Aber wir sind Radwanderer und wollten die, den  Touristen gebotenen Möglichkeiten nutzen: Radbus Linie 1 von Harrachov nach Pomezni boudy - Abfahrt 09:15 ab Vrchlabi.


Der Bus kam pünktlich, im Gegensatz zum Sonntag aber war er bereits gut gefüllt. Dutzende Schulkinder hatten es sich bequem gemacht und sich im Bus verteilt. Schnell und professionell waren die Räder verstaut, für die Packtaschen und für uns fand sich ausreichend Platz im Bus und los ging’s Beim nächsten Halt stiegen noch einige Kinder zu. Der Bus schien nun wirklich voll. Im Gegensatz zu deutschen Schulklassen in diesem Alter waren die kleinen Tchechen recht ruhig, daddelten auf Ihren Handys oder verzehrten die mitgeführte Verpflegung. Die beiden mitreisenden Erzieherinnen wirkten recht gelassen, bei uns hätten sicher noch 5 Eltern mitreisen müssen um die Kinder zu bändigen.

In  Lánow stiegen  weitere Radweisende zu. 3 PaareTyp Silberlocke. Ca 80 Jahre , schlecht zu Fuß aber offensichtlich gut zu Rad. Vielleicht ist das ja unsere Zukunft? Auf jeden Fall aber war der Bus jetzt wirklich  voll.

Der Bus rollte in Černý Důl ein. An der Haltestelle mindestens 30 Menschen, überwiegend mit Kinderwagen oder Kleinkindern an der Hand, dazu einige Kinderroller und Kinderfahrräder. Ausgeschlossen, dass auch nur ein einziger Kinderwagen jetzt noch  Platz finden würde.  Es erfolgten klare Ansagen des Busfahrers und der Erzieherinnen und wie durch ein Wundern rückten die Kinder zusammen. Es wurde Platz und ohne jede Hektik stiegen die draußen Wartenden samt Equipement ein und weiter ging’s bis Janske Lazne (Johannisbad). Hier wollten offensichtlich sowohl die Schulkinder als auch die Familien ihren Tag verbringen, es wurde wieder Luft im Bus.

Pünktlich 10:57 erreichten wir die Höhe, alle stiegen aus und der Bus rollte wieder ins Tal und auch die Silberlocken waren fort ehe wir unser Gepäck wieder verstaut hatten.




Wir beschauten eine kleine Ausstellung in der Information, beschauten das Passschild (1.050 m hätten wir doch eigentlich auch aus eigener Kraft geschafft?) und rüsteten uns in Ruhe für unsere Abfahrt: noch ein Jacke anziehen, noch einmal schauen, ob die Packtaschen wirklich fest sind, Gipfelfotos und dann ins Tal gerollt. Die Straße ein Traum, kaum Verkehr! Nach 30 Minuten waren wir in Kowary/ Schmiedeberg im Riesengebirge. Ein klangvoller Namen , aber auf den ersten Blick keine wirklich schöne Stadt.   Immerhin gab es im Keller des Rathauses eine Information in der wir eine Landkarte des Hirschberger Tals ergattern konnten, denn mit unserem Kartenmaterial waren wir im wahrsten Sinne des Wortes am Ende angekommen. Danach gab es nebenan hausgemachte Piroggen und Cola und wir radelten entspannt weiter.


Nicht alle ausgesuchten Wege erwiesen sich tatsächlich als fahrbar, sondern waren nur schiebbar. aber irgendwie ging es voran. Die Landschaft ein Traum, das Wetter durchwachsen: Jacke an, Jacke aus.





So erreichten wir gegen 15:00 in Staniszow (Stonsdorf) an. Früher angeblich das schönste Dorf im ganzen Tal. Zumindest gibt es 2 Paläste im Dorf, die zu Hotels umbebaut wurden Palac Staniszow und Palac na wodzie. Wir hatten uns den am Wasser ausgesucht was zumindest für die geplanten Rundfahrten durch das Tal und nach Hirschberg ein logistischer Vorteil sein sollte. Dafür gab es nur Frühstück und kein Restaurant. 



Aber wir sind ja nicht wegen des Essens in Polen! Das Zimmer recht herrschaftlich, aber für zwei mit Gepäck reisend recht klein. Und überdies nur über eine recht steile Stiege erreichbar. Das Bad eher zum anziehen als zum Betreten. Aber es passt schon!  


Den Begrüßungswein hatten wir unterwegs erworben und so ging der Nachmittag herrschaftlich vor unserem Palast zu Ende.

Abendessen gab es im Restaurant Staniszowka bei bestem Wetter und einem traumhaften Blick auf die Schneekoppe.



Alles in allem 33,5 entspannte Radelkilometer. Mehr mehr war heute nicht geplant. Und morgen geht es nach Hirschberg - wir müssen langsam an die Heimreise denken. 😟


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