Morgenstunde hat Gold im Munde...

Steven und Jenny hatten gestern abend noch gefragt ob für uns ein gemeinsames Frühstück mit Ihnen und den anderen Gästen ok wäre. Wenn es 5 Minuten später würde, wäre es nicht schlimm. Natürlich war das ok und so saßen wir alle 5 nach 8 am großen Küchentisch der ob seiner Größe etwas royales hatte. Die beiden hatten sich richtig reingehangen und wahrscheinlich schon ab 06:00 am Frühstück gearbeitet. 
Nach den Betten in fürstlicher Qualität und das dazu passende Frühstück - bed and breakfast eben!



Nahezu alles auf der Tafel war selbst gemacht, dazu Gespräche über Trump und die Welt, Trump mag keiner, aber Putin mögen die Holländer auch nicht so recht. Angeblich wäre er  superreich - von 40 Milliarden Euro war die Rede. Und viel Geld schafft Probleme. Da waren wir uns alle einig. Die Menschen ohne viel Geld verstehen sich immer.




Dann hieß es Abschied nehmen von Jenny und Steven, um 10:00 ging die Fähre. 




Es war eine kurze Fahrt, denn das Ziel hieß Arnheim. Je näher wir der Stadt kamen umso mehr Radfahrer waren unterwegs. Der deutsche Radfahrer unterscheidet sich vom holländischen dadurch,  das er Helm trägt und im Stadtverkehr etwas unsicher wirkt. Holländer fahren grundsätzlich zügig, tragen nie Helm und haben neben den beiden obligatorischen  Packtaschen  noch eine Gemüsekiste am Lenker um irgendetwas zu transportieren. Gewöhnungsbedürftig auch, dass Mopedfahrer - natürlich unbehelmt die Radwege benutzen dürfen.

Kurz nach 12:00 waren wir schon da und erkundeten die Stadt zu Fuß. Viele Geschäfte und Kneipen, Menschen aller Hautfarben  und keiner störte sich dran. 





Dann eingecheckt in das Old Dutch - absolut zentral - gegenüber dem etwas futuristischen Bahnhof.




Ein Nachmittag reicht nicht ansatzweise um allen Empfehlungen nachzukommen. Wir beschränkten uns auf das Museum und die Brücke von Arnheim. Eine in ihrer Schlichtheit beeindruckende Ausstellung - mit der  Botschaft des britischen Offiziers John Frost, der die Brücke kurzzeitig erobert hatte, dass es im Krieg keine Sieger gibt.


Der Rhein ist an dieser Stelle nicht einmal so breit wie die Elbe in Pirna, nicht nachvollziehbar, dass im Rahmen dieser Schlacht mehr als 10.000 britische Fallschirmjäger abgesetzt wurden.

Danach „Aufstieg“ auf die Eusebius Kathedrale - die einzige Kirche Europas, die einen Panoramaaufzug im Inneren hat. Der Rundblick war phantastisch und der Guide erzählte auf Deutsch, holländisch und englisch noch einmal die Geschichte der Schlacht als wenn er dabei gewesen wäre. Nach der Schlacht mussten alle Bürger Arnheim verlassen. Sie blieb bis Kriegsende eine Geisterstadt.......

Danach Stadtbummel mit Rad, wobei in der Fußgängerzone grundsätzlich geschoben wird. Im Uferrestaurant sprich mich der türkische Koch an: sein Herz schlüge für Deutschland, warum wir so schlecht gespielt hätten. Das wußte ich natürlich auch nicht, aber ich konnte ihm die Gewissheit mitgeben, dass wir es beim nächsten Mal besser machen.



Zum Abschluss noch das Erdferkel gesehen. Es stand dran, dass es ein Kunstwerk ist, sonst hätte man es vielleicht nicht als solches erkannt.



Alles in allem wieder ein sehr schöner und noch dazu erholsamer Tag. Mit Standrundgang und hin und her 34 km. Total 250 km. Quasi Halbzeit für Holland. Und jetzt spielt Russland gegen Ägypten....

PS: Radfahrer sind hier zwar in der Mehrzahl, aber trotzdem nicht überall gelitten - Anlehnen verboten.



Und was steht am Bus wenn er Feierabend macht? „999 geen Dienst“ Eine tolle Sprache. 😉


 

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