Home Sweet Home

Langsam wird es Zeit über die Heimreise nicht nur nachzudenken, sondern selbige in Angriff zu nehmen. Nachdem der Zug bis Stansted geklärt ist blieben nur Fahrt bis  zum Bahnhof Liverpool Street und die Fahrt zum Hotel in Stansted. Offensichtlich lösbare Aufgaben.

Die erste Erkenntnis war, dass Stansted von London etwa 65 km entfernt ist. Das bedeutet für Radfahrer sicher fast 100 km, also keine echte Option. 

Für die Anreise zum Bahnhof benötigten wir wiederum fast zwei Stunden, aber wir hatten ja ausreichen Reserven, so dass Zeit blieb, das Großstadtgetriebe auf uns wirken zu lassen.




Downing Street hatten wir gestern abend schon einen Besuch abgestattet, aber Theresa war zum EU Gipfel und nicht da. Zaun und Bewachung machten einen noch manifesteren Eindruck als bei unserem letzten Besuch vor 6 Jahren und die Polizisten sehen nicht mehr britisch aus.





Westminster Abbey hatten wir gleichfalls gestern bereits „abgearbeitet“,  but it was closed.  Aber auch von außen  sehr britisch und beeindruckend.



So war der Bahnhof Liverpool Street Station und sein drumherum heute der Mittelpunkt des Interesses.

Er wurde 1874 errichtet, ist als drittgrößter Londoner Bahnhof bei weitem nicht so groß wie der Dresdner Hauptbahnhof, bewältigt aber  täglich 380.000 Fahrgäste. Was im Jahr die stattliche Zahl von fast 140 Millionen Reisenden ergibt. Und wir waren mit unseren Fahrrädern ein Teil davon.





Wer sich langfristig am Bahnsteig auf den Einstieg vorbereiten möchte wird allerdings enttäuscht. Die „platform“ wird erst 15 Minuten vor Abfahrt bekanntgegeben. Warum, das bleibt sicher das Geheimnis der britischen Eisenbahner.

Im Zug gibt es keine Fahrradabteile, man muss sehen, dass man ein Abteil am Ende eines Zugteils dafür nutzen kann. Eine Lady, die unsere Rangierbemühungen sah, wie uns freundlich darauf hin, sie sei selber Radfahrerin.  Offenbar glaubte sie, wir würden die Räder mit ins Zuginnere nehmen wollen. Es klappte, der Zug war leer,  die Fahrräder fuhren for free. 
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Die Fahrt verging wie im Fluge und dann standen wir in Stansted Mountfitched auf dem Bahnhof. Teilweise ging es auf Radwegen Richtung Flughafen, aber teilweise auch nicht und plötzlich standen wir auf der Autobahn Richtung  Terminal: rechts 5 Streifen Autoverkehr, 15 Meter über uns die anfliegenden Maschinen. Ich wollte weiter, aber wild gestikulierende Autofahrer und Loni machten meinen Plan zunichte. Also zurück und neuen Weg suchen.

Wir fanden ihn schließlich und waren dann - noch etwas blaß - gegen 17:00 im Hotel. Der letzte Abend brach an.


Mit allen Irrungen und Wirrungen waren es von Hotel zu Hotel 25 km. Formal wenig, aber inhaltlich nicht ohne. Insgesamt jetzt 798 km. Den Rest schaffen wir in Leipzig vom Airport zum Hotel oder wir kreisen in Pirna noch ein wenig....
Die Aufgabe für Sonnabend ist nur Räder verpacken und einsteigen. Eingecheckt sind wir!😉

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