Zum Niederwalddenkmal

Der Weg nach Rüdesheim ist kurz. Es war nur die Fragen zu entscheiden links oder rechts vom Rhein und Übernachtung in Bingen oder Rüdesheim. Wir entschieden uns für linksrheinisch und Bingen. 
Der Tag begann mit einem Frühstück über den Dächern von Mainz im 6. Stock.




Offensichtlich nicht umsonst die Hoteladresse: Kaiserstraße.




Der Weg stromab war leicht zu finden aber lang. Mainz ist größer als gedacht. Dann kamen schier endlose Radwege von denen es keine Fotos gibt durch Schrebergärten. Offenbar ist man in Rheinland -Pfalz auf dem Weg zur Selbstversorgung schon weiter als bei uns. Und dann Landschaft pur!







Wir kamen gut voran und beschlossen  bis Bingen durchzuradeln. In Ingelheim fand ein Abschiedskonzert von Howard Carpendale statt - leider knapp verpasst. Wer weiß, ob sich eine solche Chance noch einmal bietet? Und ob man sie braucht?





Irgendwann kam das Niederwalddenkmal kam in Sicht und gegen 13:00 waren wir im Bingen, Wirtshaus Zollamt. Ein  kleiner Tisch direkt am Ufer in der Sonne.




Zum Hotel war es nicht mehr weit, wir waren vor der Zeit da, Checkin erst ab 15:00 möglich. Also noch Zeit für ein Mittagsschläfchen vor dem Hotel.



Dann begann die Nachmittagsveranstaltung. Wieder zurück zum Zollamt und mit der Autofähre nach Rüdesheim. Lt Radführer gab es mehrere Fähren zwischen Bingen und Rüdesheim, wobei nur die Autofährte bis Mitternacht verkehrt. Wobei Radfahrer keine Nachteulen sind und überdies Verkehrsteilnehmer. Wir wollten daher für die Rückfahrt nach Bingen eine andere wählen. Der Kapitän erklärte uns jedoch, dass es nur eine Fähre gäbe - nämlich seine - und alles andere nur Schiffe wären. Also kauften wir Hin- und Rückfahrt. Das war wohl das Ziel der Ansage, erwies sich aber im Nachinein als richtig.

Rüdesheim ist ganz offensichtlich ein Touristenmagnet. Nicht zwingend ein must have seen, aber trotzdem hübsch anzuschauen. Das Städtchen war schon gut besucht, ohne aber rammelvoll zu sein. Der  Weg zur Seilbahn war schnell gefunden. Interessant, dass bereits während des Baus des Nationaldenkmals an die Touristen gedacht und zunächst eine Zahnradbahn gebaut wurde.






Der  Weg zur Seilbahn war schnell gefunden. Interessant, dass bereits während des Baus des Nationaldenkmals an die Touristen gedacht und zunächst eine Zahnradbahn gebaut wurde. Die Seibahn ist natürlich wesentlich kommoder und fährt auch schon  seit 1953.




Das Denkmal selbst ist sehenswert, wenn man sich für deutsches Geschichte interessiert. Ansonsten ist eher der Ausblick vom Niederwald beeindruckend.




Das Denkmal geschaffen als Nationaldenkmal anlässlich der „Wiedererstehung“ des Deutschen Reiches nach dem Deutsch Französischen Krieg. Es wurde nach einer 6jährigen Findungsphase zwischen 1877 und 1883 errichtet. Sowohl bei der Grundsteinlegung als auch bei der Einweihung war Wilhelm I. Persönlich zugegen.

Gestalter des Areals war der Dresdner Architekt Karl Weißbach. Die Sachsen waren eben an allen wesentlichen Dingen beteiligt!

Alles in allem ist das Denkmal nicht so militant und nationalistisch wie es oft dargestellt wird. Weder blickt die Germania drohend Richtung Frankreich, noch wurden eingeschmolzene erbeutete französische Kanonen für des Denkmal verwendet. Auch bei den Inschriften wurden alle Verweise auf das besiegte Frankreich zu Gunsten allgemeiner Feinde des Reiches weggelassen. 

Heute gehört das Niederwalddenkmal zum Weltkulturerbe zur wird jedes Jahr von mehr als 1 Mio Menschen besucht.

Nach einem Wein mit Blick über den Rheingau brachte uns die Seilbahn zum Fahrrad zurück. Im Restaurant „Rüdesheimer Schloß“  in der Drosselgasse gab es nur noch einen Tisch, aber das war war nach Aussage der Restaurantleiterin der schönste den sie hatte. Und dann hatten wir Rüdesheimer Flair pur. 




Irgendwann wurde es dämmrig und die letzte Fähre kam in greifbare Nähe. Zum Glück hatte ich das Fahrradlicht dabei, so kamen wir mit Mary Roos problemfrei nach Bingen zurück.




Ein Getränkt auf der Hotelterrasse mit Schiffegucken beschloss den Abend.

Der Tag brachte mit dem Ausflug nach Rüdesheim  nur  40 km, aber insgesamt waren es nun  565 km. 

Langsam wird es Zeit, dass wir ankommen, es ist langsam einfacher die Körperteile aufzuzählen, die nicht weh tun, als die die man täglich deutlicher spürt.

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