Ein Tag der Ruhe am Chiemsee
Ein Hotel am Hafen hat unbestreitbar Vorteile, aber auch den Nachteil, dass bereits früh Betriebsamkeit eintritt. Es tuten die Schiffe, gefühlt hunderte Kinder strömen lautstark zum Bootsteg und wollen irgendwohin geschifft werden und auch die Chiemsee Bahn machte sich startklar. Sie war zwar nur mäßig besucht, aber das tat dem Gerumpel bei der Abfahrt keinen Abbruch.
Wie dem auch sei, der Tag empfing uns mit Sonne und einem Frühstück auf der Terrasse, die zu erwartende Hitze ließ keine großen Touren zu. Eine Chiemsee Umrundung spielte in unseren Diskussionen keine Rolle. Wir verständigen uns auf ein kleines Stück am Ufer entlang, circa 20 km und die Rückfahrt mit dem Schiff. Gesagt, getan die Fahrt vor angenehm. Teilweise schattig, teilweise sonnig und ohne größere Höhenunterschiede unterwegs.
Die erste Rast in Gstadt, in der Taghesbar Inselblick. Essen mussten wir nicht, aber trinken im Schatten tat auch gut. Der Ausblick war sensationell, die geschlossene Gesellschaft war nicht mehr oder noch nicht da.
Und die kostenlosen Good Vibes hatten wir schon dabei.
Wir kamen unseren Tischnachbarn ins Gespräch. Sie kamen aus Hamburg und tingelten mit einem VW Bulli durch die bayerische Seenlandschaft. Es war ein angenehmes Gespräch, das letztlich zu Tage förderte, dass auch der Durchschnitthamburger genauso tickt wie eir. Die Richtigkeit, der gegenwärtigen großen Politik wird in Zweifel gesetzt und der weitgehend ungebremste Zuzug von Menschen, die sich in unsere Sozialsystem einnisten kritisiert. Beide waren aus Hamburg gebürtig, aber die Aussage war Hamburg ist nicht mehr wie früher und mein Hamburg ist nicht mehr in Hamburg stimmt schon bedenklich.
Nachdem wir diesbezüglich keinen Unstimmigkeiten festgestellt hatten radelte jedes Paar, versehen mit guten Wünschen weiter.. Schnell warfen wir in Seebruck. Im Strandbad fanden wir ein schattiges Plätzen, teilten uns eine Pizza und genossen den Blick auf den See.
Pünktlich. 16:10 Uhr kam das Schiff.
Die Räder fanden. Platz im Salon, wir im Zwischendeck. Hier sah man wieder, wie sich reisegewohnheiten ändern: Früher wären wir im Salon gereist und im Zwischendeck die anderen.
Aber schlecht saßen wir nicht bei einigermaßen angenehmen Temperaturen und Weinschrle. Unterwegs Liesen wir uns noch einen respektablen Fisch fangen. Auf dieser Rückfahrt reifte die Erkenntnis, dass ein Besuch der Herreninsel und der Fraueninsel offensichtlich ein Muss ist. Das müssen wir uns fürs nächste Mal aufheben, die Zeit reicht.
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