Eine Nacht in Venedig
Nach einem angenehmen Frühstück auf der Terasse in Mestre der zweite Versuch einer Fahrt nach Venedig. Und es ging wie von selbst. Teils gegoogelt, teils gefühlt, teils bei bikeline geschaut waren wir nach einer Stunde tatsächlich an der piazza de Rome. Wobei der Radweg zum Damm weder landschaftlich noch architektonisch eine Augenweide ist. 150 Jahre Kapitalismus trifft es sicher besser - Industrielandschaft pur. Zwischendrin gab es sie auch tatsächlich - streikende Proletarier mit Arbeitsschutzhelmen und Roten Fahnen. Aber sie ließen uns unbehelligt durch.
Einziges wirkliches Problem unterwegs waren Bauarbeiten am Radweg auf dem Damm - er hörte einfach kurz vor Venedig auf. Also hieß es die Räder über die Leitplanken hieven und auf der Straße weiterradeln. Zu zweit kein Problem! Ankunft an der Perle der Adria Punkt 12:00 mit Glockenläuten.
Aber die Probleme fingen an. Ich hatte ein Parkhaus für Fahrräder in Erinnerung, das gab es nicht.
Eine Information am Bahnhof- Wartezeit gefühlt 1 Stunde. Gepäckaufbewahrung - kannste knicken. Abgabe und Ausgabe jeweils eine Stunde.
Also zurück von der stazione forrovia zur piazza de Rome. Kein normales Parkhaus parkt Fahrräder. Nur das kommunale. Das sieht auch entsprechend aus und ist eigentlich unzumutbar. Aber in Venedig ist Fahrradverbot, was soll es.
Dann zum Hotel citta di Milano, nahe der Rialtobrücke. Nah war es schon, aber eigentlich nicht zu finden, Loni hat es doch gefunden. Da war es 14:00. Zwischendurch hatte man uns noch gebeten eine Petition zur Legalisierung von Alkohol und Drogen zu unterschreiben. Bei Alkohol hätte ich ja mit mir reden lassen, aber Drogen? Auf jeden Fall fehlte die Zeit für eine grundsätzliche Disskussion.
Nun in die Stadt, erst mal was trinkenden und dann das volle Programm: Markusplatz, Arsenal, Lido, Canal grande....
Ein Wahnsinnsstadt! Menschen aus aller Herren Länder wälzen sich durch die Gassen. Darunter Unmengen Asiaten mit Sonnenschirmen, so dass der Himmel sich verdunkelte, wenn ein Schwarm vorüberzieht.
Gegen Abend dann der Luxus einer Gondelfahrt. Ist schon ein Erlebnis, vergleichbar vielleicht am ehesten mit einer Schlauchbootfahrt durch Pirna während des Hochwassers. Aber hier ist es Standardgeschäft und ohne dramatischen Hintergrund.
Abendessen am Canal Grande. Kein Wunsch blieb offen, sogar ein Grappa wurde uns spendiert. So wird man Stammgast!
Und das Hotel tatsächlich wieder gefunden. Eine Nacht mitten in Venedig. Man kann sich drangewöhnen.
Doch morgen geht es leider zurück, buena notte, Venezia!





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